Nachdem ich die Messe nun erstmal ein paar Tage habe sacken lassen möchte ich die Zeit nutzen
um ein kleines Resumé zur SMX aus meiner Sicht abzugeben. Für’s bloggen reichlich spät (Live-Blogger mit lautem Tastengehacke während der Vorträge gab es ja in jedem Panel), aber ich hoffe ich kann ein bisschen mit Inhalten überzeugen. Zäumen wir doch mal das Pferd von hinten auf, also von der Anreise bis zur Abreise.

Check in im Arabella Sheraton Grand Hotel war am Montag nach einem entspannten Lufthansa-Flug so gegen 18:00 Uhr. Das großzügige Kingsize-Zimmer hätte locker Platz für ne ganze Fußballmannschaft gehabt, aber man soll sich ja auch wohlfühlen. Nach der Zimmerbesichtigung ging es dann direkt runter in den Biergarten um sich das ausgezeichnete Wirtshauspfanderl mit allerhand bayerischem drum und dran in die Kauleiste zu schieben. Lecker! Danach ging es vollgefressen aber vor allem vorbildlich zu Bett, um am nächsten Tag geballtes Wissen aufsaugen zu können.

Geballtes Wissen, nunja, wohl eher ein Rosinenpicken aus einem Haufen von Standard-KnowHow. Doch nun will ich Euch nicht länger mit unnötigem blabla aufhalten und leg mal mit dem eigentlichen Resumé der von mir besuchten Veranstaltungen los:

Wieviel SEO braucht SEM

Dass der Trend deutlich zum Hand in Hand bei SEO und SEM geht sollte in diesem Panel verdeutlicht werden. Den Auftakt machte Gerda von Radetzki mit einer eher mauen Einführung in das Thema. Um ehrlich zu sein, schien sie nicht wirklich vorbereitet und auch die unausgestaltete Präsentation liess meiner Meinung nach zu wünschen übrig.
Ihre Kernaussage war im Wesentlichen, dass SEO und SEM untrennbar zusammen gehören, jedoch aus einem bunten Mix von Themenschwerpunkten für jeden Bereich erstmal sortiert werden muss.
Weiter ging es dann mit Isabelle Wegner, die eine ausgesprochen gute Präsentation ausgearbeitet hatte. Ok, die kommt ja auch aus dem Hause BigMouthMedia, die Sponsor und Aussteller auf der Messe waren und sicher nicht so ganz abstinken wollten.

Wie dem auch sei war der Vortrag vollkommen in Ordnung und hatte folgende Ausblicke für die Zukunft parat:

  • SEO und SEM wachsen immer näher zusammen (Hybride Suchen müssen etabliert werden)
  • Speed – Wie der Name schon sagt, wird man in Zukunft noch eine Schaufel Kohle mehr auflegen müssen um Standhalten zu können
  • Local Based Services nach dem Gelbe-Seiten prinzip werden zunehmend wichtiger
  • Semantische Suchen bzw. die daraus resultierenden Ergebnisse müssen verfeinert werden
  • Dynamische Landingpages sollen den User der Zukunft mehr ansprechen (glaub ich ehrlich gesagt nicht, der Deutsche an sich hat doch schon Schiss wenn nach einem Foreneintrag seine IP gespeichert wird)
  • VideoAd’s werden ein wichtiger Anreiz zum Klick

Es folgte der Beitrag vom RefinedAds-Chef(hab den Namen vergessen), der nach einer Abhandlung über Google erklärte, warum ein Website-Impressum ein wesentlicher Bestandteil für den Quality-Score ist. Nicht wirklich neu und auch meiner Meinung nach nicht sooo spannend, weil ja eh Impressumspflicht besteht. Nach dem nächsten Tip, doch auch mal das URL Keyword Tool von Google zu benutzen hab ich dann irgendwie abgeschaltet, aber dennoch ein paar Häppchen für Euch aufgeschrieben, die ihr bei diesem minderspannenden Vortrag nicht dabei gewesen seid:

  • Beim betrachten der Max CPC immer noch den Min CPC im Auge behalten
  • Keywords auch in Ad-Kampagnen einbinden (ach ne)
  • Passende AdGroups wählen (Nicht Kampagne 2006, 2007, 2008 sondern Themenbezogen)
  • Adword-Accounts sollten eine generelle thematische Struktur aufweisen
  • Die History eines Accounts ist für alle Kampagnen von Bedeutung (eventuell ist nach jahrelanger Fehlbenutzung das Anlegen eines neuen Accounts hilfreich)

Abschliessend kam dann auch noch der Google-Speaker zu Wort, der uns ermunterte doch auch mal Dinge auszuprobieren, da auch Google nicht ohne Fehler ist (hört hört)
Landingpages von Ads müssen für den User laut Google so interessant sein, dass er auf der Seite verweilt, selbst wenn er keine für ihn passenden Ergebnisse bekommt. Die Bounce-Rate ist also ein weiteres deutliches Kriterium für den Quality Score einer Website. Abschliessend gab es dann noch einen Buchtipp – Wisdom of Crouds – halt einfach mal auf den User hören.

SEO for Multimedia

Einen durchaus interessanten und vor allem sehr netten Vortrag gab es von Shari Thurow zum Thema SEO for Multimedia. Besonders wichtig ist die Bezeichnung von Dateinamen von Medien (Fotos, Videos, Musik). Ein Link auf diese Medien sollte im Linktext immer begleitet werden von einem passenden Text über und unter dem entsprechenden Medium (nicht übertriebenes Keyword-Stuffing erlaubt) sowie einer erklärenden Captionleiste unter dem Medium. Bis dahin nicht viel Neues, aber jetzt wirds interessant… Was mit früher schon die Gestaltungslehrerin meiner Mediengestalterausbildung eingeprügelt hat mag scheinbar auch Google. .jpg impliziert demnach für Google immer ein Foto während .gif eine Grafik bzw. ein Logo sein muss.
Wer Flash oder MP3s auf seiner Seite anbietet sollte die Möglichkeiten nutzen, hier die Metaangaben zu vervollständigen. Während dies bei Flash nur der Autor und eine Beschreibung ist kann man da bei MP3s ja in den ID-Tags ordentlich ins Detail gehen (Band, Album, Erscheinungsjahr, usw.) Stichwort Vidoes bei Youtube: Diese tauchen zwar vermehrt in den SERPs auf, konvertieren aber auf der Seite nicht. Ein Trick zur Abhilfe ist ein Teilausschnitt auf Youtube und das ganze Video dann auf der eigenen Seite (Meiner Meinung nach grenzwertig, da irgendwie User-Verarsche… also ich wär genervt über ein “See full movie on videoverarsche.de”)
Wer Videos und MP3s zum Download anbietet sollte darauf achten die Dateigrösse, den Dateinamen und die Länge auf der Seite mit anzugeben. Das ist nicht nur nett für den User, sondern wird auch gecrawlt und verwendet. So schafft man es in jedem Fall leichter in die Bilder- oder Videosuche. Call to Action Buttons sollten sich vom Gesamtauftritt deutlich abheben, sei es in Form oder Farbe. Empfohlen werden warme Farben mit einem Bevel Emboss Effekt und eine abweichende Form (eckiger Auftritt -> runder Button) – das erhöht die Klickrate. Ein Buch zum Thema gibt es auch und ist verfügbar unter searchenginesbook.com – Ein Mix auf SEO und Usability. Für den Einstieg ins Thema sicherlich nett.

Linkbaiting / Virale Suche

Definitiv die beste Veranstaltung auf der Messe. Angefangen von einem völlig überdrehten Marcus Tandler (der am nächsten Tag den Durchhänger schlechthin hatte) über unseren holländischen Freund Joost de Valk(der die besten Präsentationen hielt) und einem heute mal enorm sachlichen Thomas Promny. (Langsam mach ich mir Sorgen Thomas, bei Deinem letzten Besuch bei uns hattest Du auch schon einen Anzug an…)

Bei dieser Veranstaltung muss man irgendwie einfach dabei gewesen sein (ergänzt mich gerne) aber hier mal die wesentlichen Infos:

  • digg.com ist geil
  • top 10 listen gehen ab wie Schmitz Katze
  • HowTo’s können nie Schaden
  • Superlative wie größte, kleinste, längste, etc. bringens
  • Anti Bush Kampagnen werden auch gern Besucht.

SocialBookmarking

Hm, hier hab ich irgendwie nichts dolles aufschreiben können. Das war irgendwie alles zu praxisfern. Der Beitrag vom FH Professor aus Wedel war dabei noch am interessantesten, obwohl sie Vorlesungscharakter hatte. These war, dass es soziale Komponenten schon seit Jahren gibt (z.B. bei Amazon – Rezensionen, etc) und das Web 2.0 nicht neues ist und trotzdem boomt. Wer davon profitieren will sollte sich jedoch darauf konzentrieren “part of the community” zu sein und kein Company Talking auf seiner Seite zu versuchen. (Das liest eh kein Schwein)

SEO & Bloging

Diesmal ein Vortrag von einem sehr geschwächten Marcus Tandler, der in das Thema mit einem kleinen Newbies-Rundumschlag begann. Mehr war auch nicht drin bei Rückfragen aus dem Publikum wie (warum schadet mir Duplicate Content). Hm, hier hatte ich eigentlich ein bisschen mehr erwartet, aber Joost hatte wenigstens zwei nette Wordpress-Plugins anzubieten (CommentRelish und Reply to comments).
Auch er plädierte dafür, Teil der Community zu werden und jeden einzelnen Beitrag zu beantworten bzw. darauf zu reagieren. Als Teil des Ganzen besucht man dann auch mal die Seiten der Comment-Poster und macht auf deren Seiten auch mit. That’s Blogosphere man!

Search 4.0

In einem Wort… boring. Ich habe mir nichts aufgeschrieben und ihr könnt mir dankbar sein, denn sonst knallt ihr mit dem Kopf auf die Tastatur.

Fazit

KnowHow mässig musste man sich bei den Vorträgen wirklich die Rosinen rauspicken und hat einen grossen Teil mit Anfänger KnowHow vergeudet, was ich
sehr schade finde. Die Location war grosse Klasse und es fehlte wirklich an Nichts. Ich fürchte ich habe zugenommen.
Die Aufteilung der Blöcke war von den Zeiteinheiten genau richtig und bot eine Menge Zeit um Networking zu betreiben oder sich ein
tolles ferngesteuertes Miniauto von Omniture zu holen mit dem ich meine Katzen wahnsinnig machen kann. (geil!)
Im nächsten Jahr bin ich denke ich gerne wieder dabei, hoffe aber auf fachlich schwerwiegendere Inhalte und weniger blabla.
Mein persönliches Highlight war allerdings der Pangalaktische Donnergurgler, den es zum Schnäppchen-Preis von 15,- Euro in der
Cocktailbar im Sheraton gab. Donnerwetter hat der gedonnert! Bitte ergänzt Eure Eindrücke. Bin sehr gespannt.